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Einmalkatheter: Was die Charrière-Größe bedeutet und welche passt

Symbolbild: Vier Einmalkatheter in durchsichtigen Sterilverpackungen auf einem Holztisch, mit farbigen Anschlüssen in Hellblau, Schwarz, Weiß und Grün
Symbolbild, mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Auf jeder Packung Einmalkatheter steht eine Angabe wie CH 12 oder CH 14. Was diese Zahl bedeutet, welche Größe die Fachleitlinie für Erwachsene und Kinder empfiehlt – und warum Spitze, Beschichtung und Länge ebenso zählen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Charrière (CH) gibt den Außendurchmesser eines Katheters an: Eine Einheit entspricht einem Drittel Millimeter, CH 12 sind also 4 Millimeter.
  • Für Erwachsene nennt die Leitlinie CH 12 bis 14 als Standard, für Kinder kleinere Größen je nach Alter.
  • Dicker ist nicht besser: Der Katheter soll den Urin frei abfließen lassen, ohne die Harnröhre zu verletzen.
  • Die Farbe am Anschlussstück hilft beim Erkennen der Größe. Nicht jeder Hersteller nutzt den Farbcode – maßgeblich ist die Angabe auf der Packung.
  • Ebenso wichtig sind eine schonende Spitze, abgerundete Katheteraugen, Beschichtung und Länge.

Was die Zahl auf der Packung bedeutet

Charrière – abgekürzt CH oder Charr. – ist die Maßeinheit für den Außendurchmesser von Kathetern. Eine Einheit entspricht einem Drittel Millimeter: CH 12 sind 4 Millimeter, CH 14 knapp 4,7 Millimeter. Benannt ist die Skala nach Joseph-Frédéric-Benoît Charrière, einem Pariser Instrumentenbauer des 19. Jahrhunderts. Im Englischen heißt sie meist French, kurz Fr.

Das Anschlussstück am Ende, der Konnektor, ist meist farbig. Die Leitlinie beschreibt dafür einen international üblichen Farbcode. Der europäische Verband der Urologie-Pflegekräfte (EAUN) weist aber darauf hin, dass nicht alle Hersteller ihn verwenden – prüfen Sie im Zweifel die Angabe auf Packung und Konnektor. Die gängigen Größen, Durchmesser gerundet:

GrößeAußendurchmesserFarbe am Konnektor
CH 82,7 mmblau
CH 103,3 mmschwarz
CH 124 mmweiß
CH 144,7 mmgrün
CH 165,3 mmorange
CH 186 mmrot

Welche Größe die Leitlinie empfiehlt

Maßgeblich ist in Deutschland die S2k-Leitlinie zum intermittierenden Katheterismus der urologischen und der querschnittmedizinischen Fachgesellschaft. S2k bedeutet: Die Empfehlungen beruhen auf einem formalen Konsens von Fachleuten. Die aktuelle Fassung wurde zuletzt am 1. Februar 2026 inhaltlich überarbeitet. Zur Größe heißt es:

„Der Standarddurchmesser für Erwachsene soll Charr. 12-14 betragen.“

S2k-Leitlinie Intermittierender Katheterismus, AWMF-Register 043-048, Abschnitt 3.2

Für Säuglinge und Kleinkinder nennt die Leitlinie CH 6 bis 8, für ältere Kinder CH 8 bis 10. Andere Größen können nötig sein, wenn die Harnröhre verändert ist, bei besonderer Empfindlichkeit oder beim Katheterisieren über ein kontinentes Urostoma – einen operativ angelegten, dicht schließenden Zugang durch die Bauchdecke.

Der EAUN nennt als übliche Größen für Frauen CH 10 bis 14, für Männer CH 12 bis 14; größere Katheter kommen etwa bei einer Verengung der Harnröhre zum Einsatz. Sein Grundsatz: groß genug, dass der Urin frei abläuft, ohne die Harnröhre zu verletzen. Ein dickerer Katheter ist also nicht automatisch der bessere.

Spitze und Katheteraugen: schonend für die Harnröhre

Seit 2025 empfiehlt die Leitlinie einstimmig Katheter mit atraumatischer Spitze – so geformt, dass sie die Schleimhaut nicht verletzt –, mit abgerundeten Katheteraugen ohne scharfe Kanten und mit gut gleitender Oberfläche. Katheteraugen sind die Öffnungen nahe der Spitze, durch die der Urin einläuft; große Augen helfen etwa, wenn bei einer aus Darm gebildeten Ersatzblase Schleim abfließen muss. Bei der Spitze unterscheidet die Leitlinie vier Formen:

SpitzeFormVon der Leitlinie genannt bei
Nelatongerade und abgerundetproblemlosem Katheterisieren
Tiemannleicht gebogenerschwertem Weg durch die Harnröhre oder Einengung durch die Prostata; bei Frauen als Alternative, wenn das Einführen schwierig ist
Kugelkopfflexibel, mit kugelförmigem Endeproblemlosem Katheterisieren, verkrampftem Beckenboden oder Schließmuskel, erschwertem Weg durch die Harnröhre
Ergothanflexibel, kegelförmig schmal zulaufendproblemlosem Katheterisieren, verkrampftem Beckenboden oder Schließmuskel, erschwertem Weg durch die Harnröhre

Beschichtet oder unbeschichtet?

Unbeschichtete Katheter brauchen zusätzlich ein steriles Gleitmittel, beschichtete werden durch Wasser, Kochsalzlösung oder Gel gleitfähig. Wer bei einer neurogenen Blasenfunktionsstörung – einer Störung der Blase durch eine Erkrankung oder Verletzung des Nervensystems, etwa bei Querschnittlähmung – dauerhaft katheterisiert, soll nach der Leitlinie beschichtete Einmalkatheter verwenden. Hydrophile, also wasseranziehend beschichtete, und mit Gel beschichtete Katheter können zudem helfen, Harnwegsinfekten vorzubeugen.

Im Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenversicherung sind Einmalkatheter nach diesen Merkmalen geordnet. Gebrauchsfertig heißt: Was zum Gleiten nötig ist, liegt in der Packung.

  • 15.25.14.4 und 15.25.14.5: unbeschichtet – mit separatem Gleitmittel oder gebrauchsfertig mit Gleitgel in der Packung
  • 15.25.14.6 und 15.25.14.7: beschichtet – das Mittel zum Aktivieren, also Wasser, Kochsalzlösung oder Gel, kommt separat dazu oder liegt in der Packung
  • 15.25.14.8 und 15.25.14.9: mit fest verbundenem Urinbeutel von mindestens 700 Millilitern
  • 15.25.14.0: beschichtet und gebrauchsfertig, leert die Blase, ohne dass der Katheter verschoben werden muss – für den Fall, dass die übrigen Arten medizinisch nicht infrage kommen

Länge, Festigkeit, Beutel: was den Alltag erleichtert

  • Länge: Sie muss zur Anatomie passen. Katheter für Männer sind nach dem EAUN etwa 40 Zentimeter lang, Katheter für Frauen 7 bis 22 Zentimeter.
  • Festigkeit: Ein etwas steiferer Katheter kann helfen, wenn die Hände nicht voll greifen können oder der Beckenboden verkrampft.
  • Integrierter Beutel: nicht nur für unterwegs. Nach der Leitlinie kann er das selbstständige Katheterisieren erst ermöglichen, etwa bei Lähmung von Armen und Beinen.
  • Hüllen, Einführhilfen, Kompaktkatheter: Sie erleichtern das Einführen ohne Berührung oder fallen durch kurze Bauweise kaum auf.

Wer entscheidet, welcher Katheter passt?

Die Leitlinie sieht eine gemeinsame Entscheidung vor: Sie selbst zusammen mit Ihrer Urologin oder Ihrem Urologen, einer Urotherapeutin oder einem Urotherapeuten oder einer im Katheterisieren erfahrenen Pflegefachperson. Es zählen unter anderem Alter und Geschlecht, der Urin, ob Sie Hilfe bekommen, wo Sie katheterisieren und wie gut Sie mit dem Material zurechtkommen. Wie Sie das Katheterisieren lernen, erklärt der Beitrag Selbstkatheterismus lernen.

Auch der Versorger hat Aufgaben: Nach dem Hilfsmittelverzeichnis ermittelt er Länge, Durchmesser, Spitze und Handhabung, klärt Allergien ab und testet bei Erstversorgung oder Produktwechsel Alternativen mit Ihnen. Außerdem muss er eine ausreichende Auswahl ohne Mehrkosten anbieten – mehr im Beitrag zu Aufzahlungen und Mehrkosten.

Häufige Fragen

Auf meiner Packung steht Fr statt CH – ist das dasselbe?

Ja. French, abgekürzt Fr, ist die englische Bezeichnung für dieselbe Skala. Fr 12 und CH 12 bezeichnen denselben Außendurchmesser von 4 Millimetern.

Kann ich auf eine andere Größe wechseln?

Ja, aber nicht auf eigene Faust. Die Leitlinie rät bei Problemen, zuerst die Technik zu überprüfen und dann gegebenenfalls Spitze, Beschichtung oder Festigkeit zu ändern; bei Schmerzen kann auch ein anderer Durchmesser helfen. Stimmen Sie eine Änderung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und Ihrem Versorger ab. Auch verschiedene Systeme auszuprobieren, ist ausdrücklich vorgesehen.

Woran merke ich, dass etwas nicht stimmt?

Warnzeichen sind Schmerzen, deutlicher Widerstand beim Einführen oder Blut am Katheter. Den Katheter nie mit Gewalt einführen. Tritt Blut wiederholt auf, soll das urologisch abgeklärt werden; auch bei anhaltenden Problemen sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

Wie viele Katheter brauche ich am Tag?

Das hängt davon ab, wie viel Urin Sie bilden: Bei Erwachsenen sollen pro Katheterisierung höchstens 500 Milliliter in der Blase sein. In einer Erhebung bei querschnittgelähmten Menschen in Deutschland waren es 2 bis 10 Katheter am Tag, am häufigsten 6. Aus Kostengründen soll die Menge nach der Leitlinie nicht begrenzt werden.

So unterstützt Sie PharmaCare

Mit Ihrem Rezept für Einmalkatheter kümmern wir uns um den Rest: Wir klären die Genehmigung mit Ihrer Krankenkasse, beraten Sie zu passenden Produkten – herstellerneutral, mit Kathetern aller namhaften Hersteller – und liefern diskret zu Ihnen nach Hause. Senden Sie das Rezept im Original an PharmaCare GmbH, Raiffeisenallee 16, 82041 Oberhaching, am einfachsten mit unserem kostenlosen Freiumschlag; vorab können Sie uns ein Foto per WhatsApp oder Signal schicken. Hydrophil beschichtete Einmalkatheter führen wir zum Beispiel als SpeediCath von Coloplast, LoFric von Wellspect, VaPro von Hollister und Liquick von Teleflex, weitere unter Ableitende Inkontinenz. Unser qualifiziertes Fachpersonal erreichen Sie Montag bis Freitag von 8 bis 17 Uhr gebührenfrei.

Wir weisen Sie persönlich in den Gebrauch ein, beraten Sie auf Wunsch auch bei Ihnen zu Hause und geben Ihnen verschiedene Katheter zum Ausprobieren, bis Größe und Spitze passen.

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Quellen

Hinweis: Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine ärztliche Beratung, keine Einweisung durch Fachpersonal und keine Rechtsberatung. Über Ihren Anspruch entscheidet Ihre Kranken- oder Pflegekasse. Der Text wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt; alle Angaben wurden anhand der genannten Quellen geprüft. Stand: 24. September 2026.