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Einteilige oder zweiteilige Stomaversorgung: Was passt zu Ihnen?

Symbolbild: Stomaversorgung auf einem Tisch: links eine zweiteilige Versorgung aus Basisplatte und Beutel mit blauem Rastring, rechts ein einteiliger Ausstreifbeutel, dazu Schere, Klebeband und ein Rezeptformular
Symbolbild, mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Ob Beutel und Hautschutz ein Stück bilden oder aus zwei Teilen bestehen, bestimmt mit, wie oft Ihre Haut beim Wechsel beansprucht wird und wie die Versorgung im Alltag sitzt. Hier finden Sie die Unterschiede und die Punkte, die bei der Wahl zählen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Einteilig: Beutel und Haftfläche sind fest verbunden – flexibel und flach, aber bei jedem Wechsel wird alles von der Haut gelöst.
  • Zweiteilig: Die Basisplatte bleibt mehrere Tage auf der Haut, gewechselt wird nur der Beutel. Das schont die Haut, trägt aber mehr auf.
  • Die Fachgesellschaft Stoma, Kontinenz und Wunde (FgSKW) nennt für Basisplatten zwei bis drei Tage bei Uro- und Ileostoma und zwei bis vier Tage bei Kolostoma. Entscheidend ist, wie lange die Platte sicher hält.
  • Gewölbte (konvexe) Platten helfen bei eingezogenem Stoma, Narben oder Falten. Verwenden Sie sie nur nach fachlicher Beratung.
  • Welches System passt, hängt von Stomaart, Haut, Bauchform, Alltag und Handhabung ab. Ein späterer Umstieg ist möglich.

Zuerst zählt, was aus dem Stoma kommt

Die Art des Stomas bestimmt, wie viel ausgeschieden wird und wie flüssig:

  • Kolostoma (Ausgang am Dickdarm): Der Stuhl kommt portionsweise, ist breiig bis fest und greift die Haut weniger an.
  • Ileostoma (Ausgang am Dünndarm): Der Stuhl ist flüssig, kommt laufend und enthält noch viele Verdauungssäfte, die die Haut reizen.
  • Urostoma (künstliche Harnableitung): Der Urin fließt ständig ab.

Danach richtet sich der Beutel. Geschlossene Beutel passen nach Angaben der Deutschen ILCO, des Selbsthilfeverbands für Menschen mit Stoma, bei wenigen, eher festen Entleerungen und höchstens etwa drei Beuteln am Tag. Ausstreifbeutel werden über eine Öffnung mit Verschluss in die Toilette geleert – passend für häufige, weiche bis flüssige Ausscheidung. Urostomiebeutel haben eine Rücklaufsperre, damit der Urin nicht zum Stoma zurückfließt. Alle drei gibt es einteilig und zweiteilig. Wie viel ausgeschieden wird, hängt auch von der Ernährung ab – siehe Ernährung mit Stoma.

Einteilig und zweiteilig im Vergleich

Beim zweiteiligen System wird der Beutel entweder mit einem Rastring nach dem Druckknopfprinzip oder über eine Klebefläche an die Basisplatte gekoppelt. Die wichtigsten Unterschiede:

MerkmalEinteiligZweiteilig
AufbauBeutel und Haftfläche in einem StückBasisplatte auf der Haut, der Beutel wird angekoppelt
WechselDie ganze Versorgung wird von der Haut gelöstDie Platte bleibt mehrere Tage, der Beutel wird einzeln gewechselt
Stärkensehr flexibel, trägt nicht aufschont die Haut, vor allem wenn Beutel oft gewechselt werden müssen
SchwächenHäufiges Abziehen belastet die Haut und verbraucht viel MaterialDer Rastring trägt mehr auf und zeichnet sich unter enger Kleidung eher ab; beide Kopplungen sind weniger flexibel

Wie oft gewechselt wird

Die FgSKW hat Richtwerte veröffentlicht, die sie ausdrücklich aus ihrer Erfahrung ableitet (Stand 2011). Sie gelten für intakte Haut und ein komplikationsfreies, gut platziertes Stoma:

VersorgungUrostomaIleostomaKolostoma
einteiligmindestens einmal täglichmindestens einmal täglichein- bis dreimal täglich
zweiteilig: Basisplattealle 2 bis 3 Tagealle 2 bis 3 Tagealle 2 bis 4 Tage
zweiteilig: Beutelmindestens einmal täglichmindestens einmal täglichbei Bedarf ein- bis dreimal täglich

Liegt das Stoma in einer Falte, auf Hautniveau oder darunter, kann ein kürzerer Rhythmus nötig sein. Wird die persönliche Tragezeit überschritten, drohen Hautschäden, weil sich der Hautschutz vom Stoma aus nach außen auflöst. Zu häufiges Wechseln kann die Haut dagegen mechanisch reizen – darauf weist die Fachgesellschaft beim einteiligen Kolostomiebeutel hin.

Die Deutsche ILCO sieht für die Basisplatte keinen festen Zeitrahmen: Gewechselt wird, sobald die Haftung nicht mehr sicher ist oder sich die Platte um das Stoma aufzulösen beginnt – das kann nach einem Tag oder erst nach einer Woche sein. Das Gesundheitsportal des IQWiG nennt drei bis fünf Tage. Ihre Tragezeit hängt von Menge und Beschaffenheit der Ausscheidung, vom Schwitzen und von Ihrer Haut ab; legen Sie sie am besten mit Ihrer Stomatherapie fest. Ein Tipp der ILCO: Wechseln Sie zu einer Tageszeit, in der wenig ausgeschieden wird.

Wann eine gewölbte Platte sinnvoll ist

Gewölbte, auch konvex genannte Platten sind rund um die Öffnung zur Haut hin vorgewölbt. Ihr Andruck dichtet ab, wo eine flache Platte keinen sicheren Halt findet – laut FgSKW etwa bei einem eingezogenen Stoma, einem Stoma auf Hautniveau oder in Falten und Narben. Bei geringen Unebenheiten genügen nach Angaben der ILCO oft eine flache Platte und etwas Paste oder formbarer Hautschutz.

Zu starker Druck kann bei längerem Tragen das Gewebe schädigen. Für Produkte mit fester Wölbung rät die Fachgesellschaft deshalb, die Notwendigkeit kritisch zu prüfen, gründlich zu beraten und die Haut regelmäßig zu kontrollieren. Besondere Vorsicht gilt unter anderem bei einem Bruch neben dem Stoma, bei Diabetes, unter Kortison oder Blutverdünnern und in der ersten Zeit nach der Operation. Ändert sich die Bauchform, etwa durch eine parastomale Hernie, sollte die Versorgung überprüft und bei Bedarf angepasst werden.

Woran sich die Wahl orientiert

Das Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenkassen (Produktgruppe 29 „Stomaartikel“) verlangt von Versorgern, bei der Auswahl unter anderem die Lage des Stomas, die Haut, Beruf, Freizeit, Kleidungsgewohnheiten und bekannte Allergien zu berücksichtigen. Fragen Sie sich:

  • Haut: Ist sie empfindlich oder gereizt? Dann spricht viel für eine Platte, die seltener abgelöst wird.
  • Bauch: Falten, Narben oder ein eingezogenes Stoma verlangen oft eine andere Platte als eine glatte Bauchdecke.
  • Alltag: Unter enger Kleidung fällt eine flache Versorgung weniger auf.
  • Handhabung: Kommen Sie mit Verschlüssen und dem Zuschneiden der Platte gut zurecht?

Bei der ersten Versorgung und beim Produktwechsel sollen Ihnen verschiedene geeignete Produkte, möglichst von verschiedenen Herstellern, zum Ausprobieren angeboten werden. Zum Anspruch gehört auch die Einweisung in den Gebrauch (§ 33 Absatz 1 SGB V). Einen Überblick gibt die Seite Stomaversorgung.

Häufige Fragen

Kann ich später auf das andere System umsteigen?

Ja. Was in der Klinik gepasst hat, muss sich zu Hause nicht bewähren; manchmal zeigt erst der Alltag, welche Versorgung am besten geeignet ist, schreibt die ILCO. Lassen Sie sich beim Umstieg beraten, damit Platte und Öffnung zum Stoma passen.

Wie groß muss die Öffnung in der Platte sein?

Sie soll das Stoma umschließen, ohne es einzuengen, und keine Haut unbedeckt lassen – bei flüssiger Ausscheidung und bei Urin ist das besonders wichtig. Die Fachgesellschaft sieht vor, die Größe des Stomas bei jedem Wechsel zu prüfen und die Öffnung bei Bedarf anzupassen. Mehr dazu im Beitrag Haut am Stoma schützen.

Ist häufigeres Wechseln hygienischer?

Nein. Solange die Platte intakt ist, gibt es laut ILCO keinen Grund, sie aus „hygienischen“ Gründen früher abzunehmen. Jedes Abziehen beansprucht die Haut. Wichtig ist, rechtzeitig zu wechseln, sobald die Haftung nachlässt oder die Versorgung undicht wird.

Zahlt die Krankenkasse beide Systeme?

Einteilige Beutel, Basisplatten und die passenden Beutel stehen im Hilfsmittelverzeichnis. Mit einer ärztlichen Verordnung übernimmt die Krankenkasse die notwendige Versorgung, abgesehen von der gesetzlichen Zuzahlung. Auf dem Rezept stehen Bezeichnung, Menge, Zeitraum und der Grund, zum Beispiel Kolostomie. Wer Produkte wählt, die über das Notwendige hinausgehen, trägt die Mehrkosten selbst (§ 33 Absatz 1 SGB V) – siehe Aufzahlung und Mehrkosten.

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Quellen

Hinweis: Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine ärztliche Beratung und keine Rechtsberatung. Über Ihren Anspruch entscheidet Ihre Kranken- oder Pflegekasse. Der Text wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt; alle Angaben wurden anhand der genannten Quellen geprüft. Stand: 24. September 2026.